Die Diäten-Entwicklung der letzten 10 Jahre – So kräftig stiegen die Abgeordneten-Gehälter!

Hier ein Überblick über die Entwicklung der monatlichen Abgeordnetenentschädigung (Diäten) im Deutschen Bundestag in den vergangenen rund zehn Jahren:

Entwicklung der monatlichen Diäten (brutto):

Zeitpunkt

Monatliche Diät

Veränderung

01.07.16

9.327,21 €

2,47 %

01.07.17

9.541,74 €

2,30 %

01.07.18

9.780,28 €

2,50 %

01.07.19

10.083,47 €

3,10 %

01.07.20

10.083,47 €

0,00 % (Verzicht wegen Corona)

01.07.21

10.012,89 €

−0,70 % (Corona-bedingte Senkung)

01.07.22

10.323,29 €

3,10 %

01.07.23

10.591,22 €

2,60 %

01.07.24

11.227,20 €

6,00 %

01.07.25

11.833,47 €

5,40 %

Juli 2026 (geplant)

12.330,48 €

4,20 %

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick

1. Reform 2014 – Die Weichenstellung

Der Bundestag beschloss, die Diäten künftig automatisch an den Nominallohnindex des Statistischen Bundesamtes zu koppeln. Seither erfolgt die Anpassung jährlich zum 1. Juli – ohne gesonderte Abstimmung.

2. Corona-Delle 2020/2021

Die Abgeordneten verzichteten 2020 auf die turnusmäßige Erhöhung. 2021 gab es sogar erstmals eine leichte Absenkung, da der Nominallohnindex infolge der Pandemie gesunken war.

3. Kräftiger Anstieg ab 2024

Als Folge der hohen Inflation und entsprechend gestiegener Tariflöhne schnellten die Diäten 2024 um satte 6 Prozent nach oben – der größte Sprung seit vielen Jahren. Auch 2025 folgte mit +5,4 Prozent ein deutliches Plus.

4. Gesamtsteigerung über das Jahrzehnt

Von rund 9.327 Euro (2016) auf voraussichtlich 12.330 Euro (2026) – das entspricht einem Zuwachs von etwa 32 Prozent in zehn Jahren.

Zusätzlich zu den Diäten erhalten Abgeordnete:

  • Steuerfreie Kostenpauschale: aktuell rund 4.723 € monatlich (für Wahlkreisbüro, Reisen etc.)
  • Mitarbeiterpauschale: über 26.000 € monatlich (zweckgebunden, zur Beschäftigung von Mitarbeitern)
  • Freie Bahnfahrt in Deutschland (1. Klasse)
  • Altersentschädigung: ab einem Jahr Mandatszeit mit 2,5 % der Diät pro Jahr (maximal 65 %)
  • Übergangsgeld nach Ausscheiden aus dem Bundestag

Einordnung

Die Kopplung an den Nominallohnindex sollte ursprünglich für mehr Transparenz sorgen und die Abgeordneten davor bewahren, über ihre eigenen Bezüge abstimmen zu müssen. Kritiker bemängeln jedoch regelmäßig, dass die Erhöhungen – besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – ein schlechtes Signal an die Bevölkerung senden. Befürworter argumentieren hingegen, dass die Diäten sich damit parallel zur allgemeinen Lohnentwicklung bewegen – also genauso steigen oder fallen wie die Durchschnittsgehälter im Land.


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