Millionen Pendler leiden täglich – doch EINER steigt garantiert niemals ein!
Es ist der blanke Wahnsinn, was sich in diesem Land Tag für Tag abspielt! Millionen Menschen quetschen sich in Züge, die entweder nicht kommen, zu spät kommen oder zumindest so tun, als kämen sie gleich – was bekanntlich etwas völlig anderes ist! Und während der geplagte Durchschnittspendler längst gelernt hat, zwischen „planmäßig", „verspätet" und „fällt heute leider aus" eine geradezu stoische Gelassenheit zu entwickeln, gibt es eine Person in diesem Land, die sich diesem täglichen Elend konsequent entzieht: der Bundeskanzler!
Richtig gelesen! Der Mann, der über das Schicksal der Deutschen Bahn mitentscheidet, setzt sich NIEMALS selbst rein. Aus Sicherheitsgründen natürlich, versteht sich. Das ist sogar nachvollziehbar – mal ehrlich, wer will schon den Regierungschef zwischen zwei ICE-Wagen stranden sehen, während eine Durchsage mit der gewohnten Mischung aus Resignation und synthetischer Höflichkeit verkündet, dass sich „die Weiterfahrt um unbestimmte Zeit verzögert"? Staatstragende Autorität und Wagenreihungschaos – das passt nun wirklich nicht zusammen!
Und doch steckt darin eine Ironie, die geradezu zum Himmel schreit! Denn die Bahn ist ja nicht irgendein Transportmittel! Sie ist ein Symbol! Für Infrastruktur, für Fortschritt, für die ach so berühmte deutsche Ingenieurskunst, die irgendwo zwischen dem Milliardengrab Stuttgart 21 und einem funktionierenden WLAN im Zug sang- und klanglos verloren gegangen zu sein scheint. Wer die Bahn nutzt, nutzt also nicht nur Schienen und Waggons, sondern kauft ein Versprechen – eines, das sich leider allzu oft verspätet!
Der Kanzler hingegen bewegt sich in völlig anderen Sphären, physisch wie systemisch. Dort, wo Zeitpläne tatsächlich eingehalten werden, wo Sicherheit nicht verhandelbar ist und wo „außerplanmäßige Verzögerungen im Betriebsablauf" schlicht keine akzeptable Kategorie darstellen. Man könnte es auch so sagen: Er lebt in der Version Deutschlands, die die Bahn einmal sein wollte!
Und jetzt kommt der eigentliche Hammer! Das Problem ist nämlich nicht, dass er die Bahn nicht nutzt. Das Problem ist, dass es NIEMANDEN überrascht!
Denn wenn selbst der Staat seiner eigenen Infrastruktur nicht über den Weg traut, dann wird aus jeder Verspätung ein politisches Statement. Dann ist die Bahn nicht mehr nur ein Verkehrsmittel mit ein paar Problemchen, sondern ein System, das seine eigenen Repräsentanten meidet. Und während der Rest der Bevölkerung weiter zwischen Gleis 7 und Gleis 12 hin und her irrt – physisch wie mental –, bleibt am Ende die bittere Erkenntnis: Pünktlichkeit ist in Deutschland längst kein Markenzeichen mehr, sondern bestenfalls ein frommer Wunsch!
Aber immerhin, und das muss man fairerweise sagen: Die Durchsage kommt zuverlässig. Immer!
Quelle: Deutscher Bundestag
Drucksache 21/5134
"Der Bundeskanzler nutzt die Bahn grundsätzlich nicht"