Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 bietet einen detaillierten Überblick über die im Berichtsjahr erfasste Kriminalität in Deutschland. Insgesamt wurden 5.508.559 Straftaten registriert, was einem Rückgang von 5,6 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ein wesentlicher Teil dieses Rückgangs ist auf die Teillegalisierung von Cannabis seit April 2024 zurückzuführen, was die Vergleichbarkeit mit Vorjahreswerten bei den Gesamtzahlen einschränkt.
Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse und Entwicklungen im Detail:
Aufklärungsquote und Fallzahlen
- Aufklärung: Von den registrierten Fällen wurden 3.188.533 aufgeklärt, was einer Aufklärungsquote von 57,9 % entspricht (2024: 58,0 %).
- Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße: Wenn man Verstöße gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz ausschließt, liegt die Zahl bei 5.303.348 Fällen, was einen Rückgang von 4,4 % gegenüber 2024 bedeutet.
- Häufigkeitszahl: Die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner sank von 6.995 auf 6.506.
Signifikante Anstiege und Rückgänge
Bestimmte Deliktsbereiche zeigten im Jahr 2025 deutliche Veränderungen:
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Deutliche Anstiege (+5,0 % oder mehr):
- Jugendpornographie: Verbreitung, Erwerb und Besitz stiegen um 19,9 % auf 11.515 Fälle.
- Leistungsbetrug: Zunahme um 16,4 %.
- Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen: Anstieg um 6,5 % auf 2.453 Fälle.
- Wohnungseinbruchdiebstahl: Zunahme um 5,7 % auf 82.920 Fälle.
- Waffengesetz: Verstöße stiegen um 5,5 %.
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Deutliche Rückgänge (-5,0 % oder mehr):
- Ausländerrechtliche Verstöße: Rückgang um 28,6 % (insbesondere unerlaubter Aufenthalt und Einreise).
- Rauschgiftdelikte: Rückgang um 27,7 %, primär bedingt durch die geänderte Rechtslage bei Cannabis.
- Betrug: Rückgang um 8,4 %.
- Straßenkriminalität: Abnahme um 7,3 %.
- Diebstahl insgesamt: Rückgang um 6,5 %.
Gewaltkriminalität und Messerangriffe
Die Gewaltkriminalität sank im Vergleich zum Vorjahr leicht um 2,3 % auf 212.335 Fälle. Dennoch liegen die Zahlen bei Mord/Totschlag und Sexualdelikten höher als 2024. Ein großer Anteil der Sexualstraftaten (rund drei Viertel) wurde im privaten Umfeld verübt, wobei sich Opfer und Täter kannten.
Zum Phänomen der Messerangriffe wurden 29.243 Fälle erfasst, was einen leichten Anstieg von 0,8 % darstellt. Davon entfielen etwa die Hälfte (50,6 %) auf die Gewaltkriminalität und 47,0 % auf Bedrohungen. Bei Mord und Totschlag lag der Anteil der Messerangriffe sogar bei 40,5 %.
Tatverdächtige
Insgesamt wurden 2.054.855 Tatverdächtige ermittelt (-5,9 %).
- Deutsche Tatverdächtige: 1.231.246 Personen (-3,2 %).
- Nichtdeutsche Tatverdächtige: 823.609 Personen (-9,8 %). Ihr Anteil an allen Tatverdächtigen sank leicht auf 40,1 %.
- Altersstruktur: Die Gruppe der Erwachsenen (ab 21 Jahren) stellt mit 80,2 % den größten Anteil der Tatverdächtigen.
- Belastungszahlen: Die höchste Kriminalitätsbelastung (TVBZ) findet sich bei männlichen Jugendlichen mit einem Wert von 7.452.
Als Risikofaktoren für Straffälligkeit, insbesondere bei jungen Menschen, werden psychische Belastungen durch multiple Krisen, zunehmende Impulsivität sowie die Einflüsse von Internetnutzung und Social Media diskutiert.
Opfer und Angriffe auf Polizeibeamte
Die Zahl der Opfer stieg minimal um 0,1 % auf 1.328.567. 58 % der Opfer waren männlich, 42 % weiblich.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten (PVB):
- Es wurden 114.439 PVB als Opfer registriert, ein Anstieg von 2,6 % gegenüber 2024.
- Häufigste Delikte waren Widerstand (50,7 %) und tätlicher Angriff.
- Besorgniserregend sind die starken Anstiege bei versuchtem Mord (23 Fälle gegenüber 13 im Vorjahr) und versuchtem Totschlag (60 Fälle gegenüber 39) gegen Polizeibeamte.
- Viele Angriffe auf PVB ereigneten sich im Zusammenhang mit Demonstrationen (26,4 %) oder Fußballspielen (23,0 %).
Aussagekraft der Statistik
Es ist zu beachten, dass die PKS eine Ausgangsstatistik ist und nur das Hellfeld (der Polizei bekannt gewordene Taten) widerspiegelt. Das Dunkelfeld wird durch ergänzende Studien wie den Viktimisierungssurvey SKiD 2024 beleuchtet, der beispielsweise auf eine erhebliche Dunkelziffer bei Online-Bedrohungen und Cybercrime hinweist.
Quelle: BKA