Tagesrückblick: US-Märkte 23.04.2026
Am Donnerstag, den 23. April 2026, verzeichneten die US-Aktienmärkte einen Rückzug von ihren jüngsten Rekordständen. Während der Handelstag mit neuen Höchstständen für den S&P 500 und den Nasdaq 100 begann, belasteten im weiteren Verlauf vor allem geopolitische Spannungen und schwache Softwareaktien die Kurse.
Indexstände zum Handelsschluss
Die wichtigsten Indizes beendeten den Tag im Minus:
- Der S&P 500 fiel um 29,50 Punkte oder 0,4 % auf 7.108,40 Zähler.
- Der Dow Jones Industrial Average verlor 179,71 Punkte oder 0,4 % und schloss bei 49.310,32 Punkten.
- Der Nasdaq Composite gab deutlich um 219,06 Punkte oder 0,9 % auf 24.438,50 Zähler nach.
- Der Russell 2000 für kleinere Unternehmen sank um 10,28 Punkte oder 0,4 % auf 2.775,10 Punkte.
Hauptbelastungsfaktoren: Iran-Konflikt und Ölpreise
Der Hauptgrund für die Nervosität an der Wall Street war die Sackgasse in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Berichte über blockierte Wasserwege in der Straße von Hormuz und die Anordnung von US-Präsident Donald Trump an die Marine, Boote zu vernichten, die Minen legen, verschärften die Lage.
Infolgedessen stiegen die Energiepreise stark an. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent kletterte kurzzeitig über 107 USD und schloss mit einem Plus von fast 4 % bei etwa 105,75 USD. Auch die Sorte WTI legte um über 3,5 % auf rund 96,50 USD zu. Dies schürte Inflationssorgen und ließ die Renditen von US-Staatsanleihen steigen; die 10-jährige Rendite kletterte auf etwa 4,32 %.
Unternehmensnachrichten: Chips hui, Software pfui
Ein markantes Merkmal des Handelstages war die starke Divergenz innerhalb des Technologiesektors:
- Halbleiter-Boom: Texas Instruments (TXN) begeisterte die Anleger mit einem starken Ausblick und einem Umsatz von 4,83 Milliarden USD, woraufhin die Aktie um über 19 % nach oben schoss. Dies zog den gesamten Sektor mit sich; der PHLX Semiconductor Index erreichte beinahe ein Rekordhoch.
- Software-Einbruch: Im Gegensatz dazu wurden Softwareaktien massiv abgestraft. ServiceNow (NOW) stürzte nach enttäuschenden Ergebnissen und Berichten über verzögerte Deals im Nahen Osten um mehr als 17 % ab. Auch IBM verlor über 8 %, nachdem der Ausblick die Anleger nicht überzeugen konnte. Microsoft gab um 4 % nach.
- Tesla: Trotz solider Quartalszahlen fiel die Aktie um 3,6 %. Die Anleger reagierten skeptisch auf die Ankündigung, die Investitionsausgaben (CapEx) für KI und Robotik auf über 25 Milliarden USD zu erhöhen, sowie auf Kommentare von Elon Musk, dass die Einführung von Robo-Taxis langsam verlaufen werde.
- Andere Gewinner: United Rentals (URI) stach mit einem Plus von 22 % hervor, nachdem das Unternehmen seinen Ausblick angehoben hatte.
Konjunkturdaten
Die wirtschaftlichen Signale am Donnerstag waren gemischt:
- Arbeitsmarkt: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen auf 214.000 (erwartet wurden 212.000), was auf eine leichte Abschwächung des Arbeitsmarktes hindeutet.
- Einkaufsmanagerindizes (PMI): Der S&P Global Manufacturing PMI stieg überraschend deutlich auf 54,0 Punkte (den höchsten Stand seit fast vier Jahren), was auf eine starke Expansion der Industrie hinweist. Der Services PMI verbesserte sich leicht auf 51,3 Punkte.
- Chicago Fed National Activity Index: Dieser sank im März auf ein 4-Monats-Tief von -0,20, was auf ein schwächeres Wirtschaftswachstum hindeutet.
Ausblick
Nachbörslich sorgte Intel (INTC) für Furore. Nachdem die Aktie im regulären Handel nur moderat zugelegt hatte, schoss sie nach Börsenschluss um bis zu 19 % nach oben, da das Unternehmen die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn deutlich übertraf und einen starken Ausblick gab. Dies gab den Nasdaq-Futures für den folgenden Freitag bereits im Vorfeld Auftrieb.
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